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Flammen, Seifenblasen und viel gute Laune

William Shakespeare sei gegrüßt: "Much Ado About Nothing." - Zu Deutsch: 'Viel Lärm um nichts.' - Um nichts? Moment, war da nicht was? - Richtig: Natur- und Umweltschutz. Wird doch von allen betrieben und von uns allen hoch erwünscht. Von allen? Wirklich? - Nun nicht von einem GlobalPLAYER, dem es letztlich nur darum geht, sich allenthalben 'Lieb Kind' zu machen, um seine eigenen hoch kommerziellen Interessen zu 'camouflieren'!

 

Schon die alten Römer wussten, 'Wie man das Volk 'rumkriegt': "Panem et circenses!", also 'Brot und Spiele!' - Und genau dieses geschieht hier regelmäßig und zum Ärger vieler, die hier in der Umgebung wohnen und den ganzen Lärm, den Dreck und vor allem den Gestank dieses ganzen Zementwerkes schon jahrzehntelang erdulden müssen. Aber: "Pecunia non olet!" - Das war der Wahlspruch eines römischen Kaisers, welcher in seinem Stadtstaat diese 'Bedürfnis-Anstalten' - vulgo Klo-Häuschen - einführte, für deren Benutzung ein Obulus zu entrichten war. Anders gesagt: "Scheiße stinkt nicht." Äh, wie nochmal, ja, bitte?

 

Seit 1936 wird auf dem Plettenberg der Massenkalk zum Zwecke der Zementherstellung abgebaut. Damals zogen noch diese Hauer täglich mit Pickel und Schaufel auf den Berg, um dort oben Kalk im Tagebau zu hauen wie ihre Kumpel es in den Bergwerken von Ruhr und Saar mit der Kohle auch taten, denn die Industrie von Thyssen, Stumm und Krupp benötigte das 'Schwarze Gold' als wichtiges Mittel zum Betreiben ihrer diversen Dampfmaschinen, von den Hämmern bis zu den Lokomotiven.

 

Der Führer andererseits benötigte den Kalk ganz dringend, um daraus Zement für seinen 'Westwall' bzw. diesen 'Atlantikwall' zu gewinnen, der bis Norwegen reichte.

Heute noch wird unversehens, unverdrossen und unbekümmert dieser Massenkalk aus dem Berg 'gepopelt', um im Dotternhausener Werk dann höchst gewinnträchtig und ohne Rücksicht auf jegliche Verluste (Rote Liste!) mit immer neuen Ausnahmegenehmigungen von allerhöchster Stelle 'Milliarden zu machen': Unser heimischer Plettenberg, dieses einmalige geologische Weltkulturerbe, das ja unserer Natur und der Menschheit insgesamt gehört, wird kleingeschreddert, zermahlen und zu Ölschieferzement 'umfunktioniert', denn Beton ist ja so eminent 'System-relevant', heißt es doch zumindest und allenthalben, und muss per NACCO-Railways und unzähligen Silo-Zügen in alle Welt verkarrt werden.

 

Und, um der Öffentlichkeit diese ganze Umwelt-Frevelei - im sprichwörtlichen Wortsinne - schmackhaft zu machen, wurde dieses schiefe 'Schiefer-Erlebnis' hervorgezaubert, eine Anbiederung der Sonderklasse! Angefangen vom Steinchen-Klopfen für die Jüngsten, dann über das 'Volle Bier-' äh, pardon 'Wir-Gefühl', bis hin zum 'Element-Event' auf drei lärmigen, lästigen und läppischen 'Schau-Bühnen' wird unter Freiem Himmel dieser mehr-nächtliche Rabbatz gemacht, denn - auch wenn dieses (schon historisch gewachsene) Open Air in Balingen nun zum wiederholten Male abgesagt wurde - irgendwo muss diese 'frustbesoffene Jugend' ja schließlich 'Die Sau rauslassen', das ist nun mal völlig alternativlos und dringlich geboten.

 

Wie sang doch schon dieser allseits beliebte Interpret? - Richtig, ja: "Ein bisschen Spaß muss sein!"

Liebe Freunde, seid versichert: Nicht nur für den Unterzeichner, wäre die Welt auch ohne solche 'Element-Events' voll Sonnenschein, denn dann gäbe es wenigstens keine öffentlich und offen sichtbaren 'Rückstände' solcher 'Ver-Unstaltungen' ...

Autor: Wilhelm Isert, Erzingen